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Journaling - die Kraft des Schreibens

Journaling oder auch einfach nur "Schreiben" ist ein richtig gutes Tool im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Es hilft deine Gedanken zu sortieren, dich selbst zu reflektieren und eröffnet dir die Möglichkeit deine Themen vielseitiger zu betrachten.


Mir ging es schon oft so, dass sich immer wieder die selben Themen angestaut haben und ich diese im Kopf förmlich "zerdacht" habe - in Endlosschleife.


Als ich mich entschieden habe das alles zu Papier zu bringen und zwar Stück für Stück und im Prinzip eine Reihenfolge entstanden ist, kam mir so oft während des Schreibprozesses ein tieferes Verständnis dafür, warum ich wie gehandelt habe und was ich letztendlich daraus gelernt habe.


Journaling hat mir enorm beim Reflektieren geholfen und hatte schließlich einen viel größeren Effekt, als alles immer wieder zu zerdenken und an Punkt X immer wieder hängen zu bleiben.


Warum ist Journaling so kraftvoll:

Journaling steht bei vielen Menschen ganz oben auf der Self Care Liste und das hat auch volle Berechtigung. Verschiedene Recherchen haben ergeben, dass das regelmäßige Schreiben und zu Papier bringen unserer Gedanken und Gefühle viele positive Auswirkungen auf unser Leben hat. Es entsteht ein Verarbeitungsprozess im Gehirn, welcher dir hilft zu verstehen, loszulassen und innerlich zu wachsen. Durch den Prozess des Schreibens findet eine Zusammenfassung statt, welche dir ein besseres Verständnis verschafft. So kannst du danach gedanklich für dich einen Haken an das Thema, oder den ersten Abschnitt eines Themas setzen und verschaffst dir selbst wieder mehr Raum zur Weiterentwicklung.

Journaling reduziert Stress und kann deine Resilienz verbessern. Es hilft dir dich zu erden, herunterzufahren und besser mit dir selbst umzugehen.

Über was genau soll ich schreiben?

Hier gibt es keinerlei Regeln, du kannst alles zu Papier bringen, was dir im Kopf herum schwebt.


➺ Das können:

  • Gedanken

  • Gefühle

  • Erfahrungen

  • Erinnerungen

  • Träume

  • Hoffnungen

  • dein (Traum-)Leben in 5 oder 10 Jahren sein


Journaling heißt Schreiben und demzufolge kannst du über alles schreiben. Auch das erstellen von Listen zählt da mit rein.


➺ Du kannst dir z.B. Listen erstellen über:

  • deine Stärken

  • alles was du gern machst

  • alles was dir gut tut und woraus du Kraft schöpfst (Self Care Liste)

  • alles was du erreichen willst (Ziele)

  • Ideen um eine Routine in deinen Alltag zu integrieren (Morgen- oder Abendroutine)

  • alles wofür du dankbar bist (Dankbarkeitstagebuch)

  • Brainstorming

Was ist beim Journaling zu beachten:

Wichtig ist, dass du beim Visualisieren, als auch Reflektieren versuchst positiv zu bleiben. Ansonsten kann der heilsame Effekt vom Schreiben ausbleiben. Visualisieren kann uns beim Manifestieren helfen - und wir wollen uns ja ein schönes Leben manifestieren. Die kleinen Hürden und Challenges kommen von ganz allein, diese brauchen wir uns jetzt nicht schon vorzustellen ;)


Ein kleiner Leitfaden zum reflektierten Schreiben

Wichtig ist generell, alles erstmal einfach aus dem Kopf heraus frei und unzensiert fließen zu lassen. Halte dich nicht zurück und versuche so detailliert wie möglich zu sein. Schreibe alles auf, was dich belastet und versuche auch immer das dazugehörige Gefühl zu benennen.

Danach, oder gern auch schon währenddessen geht es in die tiefe Reflektion.

Reflektierendes Schreiben soll dir helfen mit dir selbst und vielleicht belastenden Situationen besser umzugehen. Ab jetzt lenkst du deinen Fokus also darauf, was du aus dieser Situation mitgenommen hast, was deine größten Learnings sind und auf welchen Weg dich vielleicht dein Leben bringen wollte oder gar schon gebracht hat. Was wäre anders gewesen oder was hättest du nachfolgend nicht erlebt, wenn diese Situation(en) nicht vorgekommen wäre(n)?

Hier geht es vor allem um dein persönliches Wachstum, deine inneren Stärken und den Bereich der Persönlichkeitsentwicklung.


Versuche auf keinen Fall belastende Situationen immer und immer wieder durchzuspielen und ggf. nochmal zu erleben. Das hilft dir nicht voran zu kommen, sondern so steckst du weiterhin in der Vergangenheit fest.

Beim journaln geht es darum sich Situationen und Prozesse ganzheitlich anzuschauen. Versuche dich mit deinen Gefühlen auseinander zu setzen und wechsel einmal die Blickrichtung. Aus jeder Situation lässt sich etwas Positives ziehen, aus allem in deinem Leben hast du etwas gelernt, alles hat etwas mit dir gemacht - du musst nur genau hinschauen.


Gelingt es dir, in einer vorher belastenden Situation etwas Positives zu finden, etwas was dich nachhaltig wirklich voran gebracht hat, oder gar ein Sinn gegeben hat, geht es in die Phase der Akzeptanz und Vergebung. Diese Prozesse geschehen fast automatisch, da du es geschafft hast, den Fokus von etwas für dich sehr Negativem, zu etwas Positivem umzuwandeln und sogar einen Lerneffekt daraus gezogen hast.


So entsteht weiterführend Dankbarkeit. Und Dankbarkeit ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.

Wann und wie oft soll ich Schreiben:

Hier gibt es keine Regeln, du kannst deine Gedanken so oft zu Papier bringen, wie du es möchtest und wann immer dir danach ist.

Wichtig ist, dass du in einem Rahmen schreibst, wo du dich wohlfühlst.

Das kann zu Hause in deiner Lieblingsecke mit einer Kerze und einer Tasse Tee oder Kaffee sein. Du kannst in den Park gehen und dir einen schönen Platz suchen, oder aber dich auch in einem Café mit der Atmosphäre des Lebens um dich herum niederlassen. Jeder, wie er es mag und sich am besten auf den Schreibprozess einlassen kann. Ich persönlich wechsel zwischen allen 3 Varianten, das ist bei mir ganz tagesformabhängig.


Du kannst auch versuchen eine Schreibroutine in deinen Alltag zu integrieren. Viele Menschen haben eine Morgen- oder Abendroutine. In diesem Zeitraum (frei wählbar, mindestens 15 Min. sind empfehlenswert) packst du alles, was dir gut tut und woraus du neue Kraft schöpfen kannst.

Du kannst z.B. deinen Tag mit Stretching, Meditation und dem Schreiben beginnen oder enden lassen.

Und wenn du nicht jeden Tag Zeit hast ausführlich zu schreiben oder reflektiert zu schreiben, dann schreibe dir nur 3 Sachen auf, für die du in diesem Moment dankbar bist. Auch dafür gibt es keine Regeln, es geht darum die Schönheit in den kleinen Dingen zu sehen.

Check-In-Fragen:

Eine weitere Variante ist es, täglich, wöchentlich, monatlich oder jährlich eine Liste an Fragen zu beantworten und hin und wieder zu vergleichen, was sich verändert hat. Viele nutzen auch die Vollmondphase zum Schreiben und Reflektieren, da diese nochmal einen stärkeren Energieeinfluss auf uns hat. Auch die Rauhnächte zwischen Weihnachten und Neujahr sind eine hervorragende Zeit, um dein Leben nochmal tiefer zu reflektieren.


➺ Beispielfragen können sein:

  • Wie geht es mir gerade? (beschreibe deinen momentanen Zustand ausführlich)

  • Wie habe ich mich in letzter Zeit gefühlt?

  • Für welche 3-5 Dinge bin ich aktuell dankbar?

  • Wer oder was gibt mir Halt in meinem Leben, womit fühle ich mich wohl?

  • Welche Aktivitäten tun mir gut?

  • Wovon würde ich gern mehr in meinen Alltag integrieren?

  • Was habe ich in letzter Zeit Neues gelernt?

  • Welche Themen interessieren mich zur Zeit am meisten?

  • Nehme ich mir genug Zeit für mich und meine Bedürfnisse?

  • Was würde ich gern verändern? Was hält mich bisher zurück?

  • Nach welchem Motto möchte ich mein Leben leben?

  • Was sind meine Ziele für die nächsten 6 Tage/ 6 Wochen/ 6 Monate?


Diese Fragen können jederzeit von dir selbst erweitert oder nach deinen Bedürfnissen angepasst werden. Ich lege dir wirklich ans Herz Journaling Fragen schriftlich zu beantworten.

Ich kenne ein bestimmtes Verhalten von mir selbst - ich lese Journaling Fragen, bzw. überfliege sie nur grob, beantworte sie schnell in meinem Kopf, bis eine Frage kommt, worauf ich gerade keine passende Antwort habe und denke “Dann brauch ich ja gar nicht erst anfangen.”

Das passiert meistens, wenn es einem nicht gut geht oder man gerade “keinen Bock” hat.

Doch genau dann, solltest du es gerade tun.


Wichtig ist, sich auf den Schreibprozess einzulassen und du wirst sehen, wenn du die Fragen zu Papier bringst, dann hast du auch Antworten. Und wenn du einmal tatsächlich Keine hast, dann ist das auch nicht schlimm. Vielleicht kannst du sie zu einem späteren Zeitpunkt beantworten.


Für alle Kreativen unter uns, kann es helfen sich ein schönes Journal Buch zu kaufen und auch in den Einträgen kreativ auszutoben. Inspirationen findest du ausreichend auf Pinterest oder Instagram.

Also los geht’s!

Ich hoffe ich konnte dich motivieren den Stift in die Hand zu nehmen und wünsche dir nun viel Spaß beim Schreiben :)


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