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Warum Achtsamkeit immer mehr an Bedeutung zunimmt

Aktualisiert: 19. Feb. 2021

>>" Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen!"<< (Astrid Lindgren)


Der Begriff Achtsamkeit erlebt seit Jahren großen Zuwachs in den Medien, auf allen Social Media Kanälen sowie Bücherregalen und das hat auch seine volle Berechtigung - denn es wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung zunehmen.

Eine nicht ganz unbedeutende Rolle dabei, spielt vor allem unser Handyverhalten.


Hier nur ein kleines Beispiel einer Alltagssituation, die wohl jeder zu gut kennt:

Ich komme nach Hause, von einem mehr oder weniger stressigen Arbeitstag, mache mir etwas zu essen (nebenbei beseitige ich mit ein paar Handgriffen den Abwasch, räume die Wohnung auf, kümmere mich um die Wäsche) und setze mich danach an den Tisch um zu essen. Weil mir das alleine nicht ausreicht, schaue ich nebenbei eine Serie auf Netflix weiter, oder höre mir einen Podcast an. In der Zeit wo ich mein Essen kaue und kurz kein Besteck in der Hand halte, öffne ich noch die sozialen Medien oder Whats App und bringe mich eben auch noch ‘schnell’ auf den neuesten Stand. Alles muss auch irgendwie ‘schnell’ erfolgen, denn man möchte am liebsten so viele Sachen wie möglich auf einmal erledigen und eben auch auf nichts verzichten müssen.


Ich selbst erlebte nur allzu oft genau solche Situationen und ertappe mich selbst heute noch manchmal dabei, wenn ich unter Zeitdruck stehe. Aber mir wird gerade beim schreiben nochmal mehr bewusst, wie selbstverständlich es für uns geworden ist, mehrere Sachen gleichzeitig zu tun.


Gesund kann das auf jeden Fall nicht sein und man befindet sich letztendlich bei keiner seiner Tätigkeiten wirklich im Moment. Heißt ich konsumiere letztendlich 3 verschiedene Sachen auf einmal, nehme davon aber letztendlich bewusst nichts wahr.

Das sind Verhaltensweisen, an die man sich im Laufe der Zeit gewöhnt. Selbst wenn man mal nicht gestresst ist und z.B. in Ruhe sein essen genießen könnte, ist es mittlerweile schwierig für uns, das Handy mal beiseite liegen zu lassen und sich nur auf sein Essen zu fokussieren.


Das ist nur ein Beispiel. Wenn du mal überlegst, wann du das letzte Mal etwas ganz bewusst und im Moment erlebt hast, wirst du merken, dass du wirklich intensiv darüber nachdenken musst. Denn so oft, wie wir glauben, passiert das tatsächlich gar nicht.


Vor allem seitdem sich fast das ganze Leben auf dem Handy abspielt, wird es zunehmend schwieriger das gute Teil für längere Zeit zu ignorieren, denn wir ziehen es automatisch zu allen möglichen Alltagssituationen hinzu.


Es ist ja auch praktisch, so viel von und mit seinem Telefon aus machen zu können, nur bringt es eben auch mit sich, dass wir uns kaum noch davon trennen können.

Und man ist natürlich rund um die Uhr erreichbar, was es einerseits einfach macht, andererseits aber auch enorm viel Druck auslösen kann.

Und dieser Druck hat größere Auswirkungen, als man denkt.


Auf Grund vieler solcher “Kleinigkeiten” im Alltag, welche sich über den Tag verteilt natürlich summieren, verlieren die Menschen immer mehr die Fähigkeit Momente bewusst zu erleben, zu genießen und tatsächlich wahrzunehmen.

Oft befinden wir uns so im Alltagstunnel, dass es Viele abends nur noch auf das Sofa schaffen, um einen Film zu schauen (bei dem natürlich auch fleißig nebenbei das Handy bedient wird), um danach ins Bett zu fallen.


>> Aber was wir vor allem nicht mehr wahrnehmen ist unser Selbst, unsere innere Stimme und die Bedürfnisse unseres Körpers, denn dafür bleibt keine Zeit. <<


Doch wie können wir nur ein wenig mehr Achtsamkeit in unseren Alltag integrieren?

Einfach Momente bewusst wahrnehmen kann ja kein Hexenwerk sein - aber du wirst vor allem am Anfang merken, dass das gar nicht so leicht ist, denn es ist an “Verzicht” gebunden. Verzicht, der jedoch letztendlich dein Leben verbessern wird.

Du verzichtest darauf, so viel wie möglich in einem Zeitfenster zu konsumieren und entscheidest dich dafür eine Sache bewusst und somit achtsam und im Moment zu erleben.


Hier ein paar einfache Tipps:

  • versuche dich beim Essen nur auf das Essen zu konzentrieren und es mit all deinen Sinnen zu erleben (wie sieht es aus, wie riecht es, welche Konsistenz hat es und wie schmeckt es) - schalte dein Telefon am besten auf lautlos und leg es außer Reichweite

  • schreibe dir oldschool Einkaufszettel und gehe damit einkaufen, da du nicht nebenbei vom Handy abgelenkt wirst, wirst du viel mehr Sachen im Supermarkt entdecken

  • wenn wir schon beim Thema oldschool sind, wäre z.B. die Anschaffung eines Weckers eine Möglichkeit direkt nach dem aufwachen den Griff zum Handy zu vermeiden

  • zu viel Zeit auf Social Media? mittlerweile gibt es Einstellungen, mit denen du deine Zeit verwalten und einstellen kannst, wieviel Zeit pro Tag du maximal dort verbringen möchtest

  • lasse beim Treffen mit Freunden dein Telefon in deiner Tasche und konzentriere dich auf dein Gegenüber + deinen bestellten Kaffee (damit hast du schon 2 Sachen gleichzeitig ;)

  • für einen Spaziergang lass dein Telefon am besten zu Hause, oder schalte es in den Flugmodus und versuche die Natur um dich herum bewusster wahrzunehmen

  • lese ein Buch / schaue einen Film, ohne zwischendurch zum Telefon zu greifen

  • Push Benachrichtigungen für alle unnötigen Apps (oder sogar alle Apps) ausschalten, sodass du nicht bei jedem Blick auf das Telefon dazu verleitet wirst verschiedene Aktionen zu tätigen

  • aktiviere den s/w Filter in deinem Telefon - es sieht damit langweiliger und uninteressanter aus und soll somit dein Interesse und die Zeit am Telefon deutlich reduzieren


...die Liste ließe sich noch unendlich fortsetzen und beinhaltet erstmal “nur” ein paar Basics und Anregungen, die natürlich je nach Tagesstruktur bei jedem individuell anders aussehen können.


Vertiefen lässt sich das Praktizieren von Achtsamkeit durch verschiedene Techniken, welche von Jedem erlernt werden können.


Doch warum ist Achtsamkeit nun eigentlich so wichtig?

Der Hauptgedanke ist wohl, durch mehr Bewusstsein im Alltag und (Er-)Leben:

  • sich selbst besser kennenzulernen

  • auf seinen Körper und seine Bedürfnisse zu hören

  • sich selbst Zeit und Raum zur Weiterentwicklung zu geben

  • bzw. letztendlich zu sich selbst zurück zu finden


Dein Geist und du selbst können nicht zur Ruhe kommen, wenn sich dein Gehirn stets auf mehrere Sachen zeitgleich konzentrieren muss. Wo bleibt dann noch Raum für dein Selbst?

Viele Menschen stecken an einem Punkt im Leben fest und haben es wahnsinnig schwer Entscheidungen zu treffen.

Nur wenn du dir Zeit und Raum für dich und dein Selbst gibst, dann kreierst du auch Raum, um in deiner Persönlichkeitsentwicklung voran zu kommen.


Hast du Fragen dazu, oder möchtest selbst gern das Thema Achtsamkeit vertiefen, dann melde dich gern und ich helfe dir dabei <3


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