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A journey to Yoga - über meine Zeit im Yoga-Teacher-Training (200h)

Aktualisiert: 19. Feb. 2021


>> Yoga ist die Einheit von Körper, Geist und Seele <<


Bevor ich anfange eine kurze Erläuterung zu meinem Yoga-Zustand vor dem Teacher-Training… Ich war und bin definitiv keine Super-Yogini und meine Praxis vorher hat sich auf etwa ein halbes Jahr lang, ein bis zweimal wöchentlich beschränkt. Ich hatte zu Beginn die wohl kürzesten Hamstrings der Welt und konnte auch sonst nicht mit einer super Beweglichkeit glänzen (ich habe es nicht geschafft, im Stand meine Fingerspitzen zu Boden zu bringen und dabei meine Knie durchgestreckt zu lassen). Umso gespannter war ich natürlich, was diese Zeit mit mir und meinem Körper machen würde...

Philosophie

Die Philosophie von Yoga begann vor mehr als 50.000 Jahren. Yoga ist keine Religion und hat, trotz dass die Ursprünge in Indien liegen, nichts mit dem Hinduismus zu tun. Dieser wurde erst vor etwa 900 Jahren beschrieben.


Die Geschichte rund um Yoga ist sehr komplex und durch viele verschiedene Einflüsse entstanden und geformt wurden. Seitdem entwickelt sich Yoga immer weiter und ist mittlerweile zu einem großen Trend geworden, welcher sich in alle Formen und Varianten weltweit ausbreitet, wie ihr im Nachfolgenden lesen könnt.


Hier ein kurzer Überblick:

1. traditionelles Yoga z.B.:

⇢ Hatha Yoga, Ashtanga Yoga, Kundalini Yoga, Bhakti Yoga, Karma Yoga

2. leicht angepasste Yogaformen z.B.:

⇢ Vinyasa Yoga, Yin Yoga, Iyengar Yoga

3. modern angepasste Yogaformen z.B.:

⇢ Acro Yoga, Tuch Yoga, Ball Yoga, Wheel Yoga, Stick Yoga

4. extrem modern angepasste Yogaformen z.B.:

⇢ Bier Yoga, Wein Yoga, Yoga mit Tieren (Ziegen, Hunden…)


Die Wahl der richtigen Yogaschule … und das ist definitiv keine Leichte. Die Auswahl ist riesengroß, die meisten Schulen sehr gut bewertet, sodass es wirklich schwierig ist eine finale und vor allem auch die richtige Entscheidung zu treffen.


Als erstes sollte man sich fragen WO in der Welt du gern die Ausbildung machen möchtest, denn auch hier gibt es eine unbegrenzte Auswahl. Du kannst die Ausbildung sowohl in Deutschland, als auch in Europa, oder gar weltweit machen. Wenn man Zeit hat, kann man das Ganze natürlich gleich noch mit dem bereisen eines neuen Landes verbinden.

Dann natürlich WELCHE Form von Yoga dich interessiert.


Hier kann ich generell eine Website empfehlen, in der wohl alles mögliche abdeckt wird, was mit Yoga Teacher-Trainings, Yoga Urlauben und Yoga Retreats zu tun hat

https://www.bookyogaretreats.com/de

Für mich war klar, dass ich es in Indien machen möchte, da wo es ursprünglich entstanden ist und wirklich gelebt wird. Des Weiteren war ich generell interessiert dieses faszinierende Land zu bereisen, somit ließ sich das perfekt verbinden.

Jedoch ist auch Indien nicht klein und auch hier muss man sich entscheiden in welcher Ecke diesen tollen Landes man diese intensiven 4 Wochen verbringen möchte. Ich habe mich für Rishikesh entschieden, da es an den Ursprüngen der Himalayas und des Ganges liegt. Soweit so gut, in und um Rishikesh gibt es trotzdem über 300! Yogaschulen.


Also ging meine Suche intensiv los und ich habe nicht nur ein paar Tage, sondern Wochen damit verbracht. Nachdem ich dann auch wusste, in welchem Fleck von Rishikesh ich gern sein möchte, habe ich über die oben genannte Seite und Google Maps die verschiedenen Yogaschulen aufgerufen und miteinander verglichen und abgewogen - harte Arbeit! Letztendlich ist meine Wahl gefallen und wie sich herausstellte, war es die Beste, die ich für mich treffen konnte.

Wie ich im Nachhinein erfahren habe, scheint es auch viele schwarze Schafe unter den Schulen zu geben, mit teils gekauften Bewertungen. Das kann ich von meiner Schule nicht bestätigen und diese somit uneingeschränkt weiter empfehlen.

https://www.rishikeshyttc.com/


Tagesablauf (Montag - Samstag, Sonntag war frei) 4:30 Aufstehen - Ja, richtig gelesen ;)

5:00 Hatha Yoga (1 ½ h)

7:00 Pranayama

8:00 Frühstück

9:00 Anatomie

10:15 Teaching Methodology (Mo-Mi) / Adjustment & Alignment (Do-Sa)

11:15 Vinyasa Yoga (Mo-Mi) / Mantra Chanting (Do-Sa)

12:00 Mittag

13:00 Freizeit, Selbststudium, Optionale Klassen

16:00 Philosophie

17:30 Ashtanga Yoga (1 ½ h)

19:00 Abendessen


... und dann war das Ziel spätestens 21:00 im Bett zu liegen.


Man kann sagen, dass dies einer der wohl anstrengendsten und intensivsten Monate meines Lebens war :D An die Aufstehzeit von 4:30 gewöhnt man sich irgendwie, aber ich kann nicht behaupten, dass mein Körper in irgendeiner Art und Weise ready war, für das, was mich 5:00 Uhr morgens erwartet hat.

In der ersten Woche war ich sehr motiviert. Dass mein Körper sich unbeweglich und eingeschränkt anfühlt und irgendwann Ende des Tages auch nicht mehr mochte/konnte, ist mir vorher klar gewesen. Ich war also zuversichtlich, dass ich mich erstmal daran gewöhnen musste und das Ganze in Woche 2 schon besser laufen würde… Nun ja, Woche 2 nahm ihren Lauf und ich kann nicht wirklich sagen, dass irgendwas besser lief. Also hoffte ich auf Woche 3 und war erneut sehr zuversichtlich, dass ich mich dann an die neue Form der Anstrengung gewöhnt hatte und auch endlich Fortschritte verzeichnen könnte. Pustekuchen! Woche 3 war die Schlimmste, mein Körper konnte nicht mehr und auf Grund mangelnder Regenerationszeit bin ich in meinem Bewegungsausmaß auch erstmal tendenziell schlechter, als besser geworden.

Höhen und Tiefen sind also in dieser Zeit garantiert und kein Grund zur Verzweiflung. Dass man das alles nicht umsonst macht, stellt sich definitiv noch heraus. Am Ende von Woche 4 dann, konnte ich dann wirklich die ersten Fortschritte verzeichnen . ich war definitiv beweglicher, bin sehr viel einfacher in verschiedene Positionen gekommen, hatte eine bessere Balance und generell fiel mir die Ansteuerung verschiedener Asanas leichter.


Und die psychische Komponente? Die kommt definitiv auch nicht zu kurz. Und damit meine ich nicht nur, dass man generell an seine Grenzen kommen kann. Yoga wirkt im Körper sehr umfassend und sich nicht nur auf deine Beweglichkeit und Kraft aus. Es beinhaltet viele Übungen zur Hüftöffnung. In der Hüfte setzt sich ein Großteil deiner Emotionen fest. Indem die Hüften intensiv gedehnt und geöffnet werden, kommt dieser Teil des Körpers wieder mehr ins fließen und deine Emotionen können sich neu entfalten oder lösen. Auch das Aktivieren der Chakras spielt dabei eine große Rolle. Das sind die Gründe, warum nicht nur in deinem Körper, sondern auch in deiner Seele sehr viel passieren kann. Nicht selten fangen Menschen während einer Yogaeinheit an zu weinen, weil eben genau diese Komponente angeregt wird.


Bei mir wurde definitiv auch Einiges getriggert. Jedoch konnte ich es auf Grund des straffen Zeitplans nur schwer zulassen, bzw. klar für mich definieren. Ich wusste, dass irgendetwas vor sich geht, jedoch hat mir persönlich Zeit und Raum gefehlt, mich intensiver damit auseinander zu setzen. Aber darüber mache ich mir keine Sorgen, alles kommt zu seiner Zeit.


Die Zeit danach und was hat es mir gebracht?

Als ich erstmal fertig war mit dem Teacher Training und mir mehr Regeneration gönnen konnte, habe ich deutliche Fortschritte bemerkt und war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Danach heißt es natürlich dran bleiben, denn mit den 4 Wochen Yoga Teacher-Training ist erstmal nicht mehr, als der Grundstein gelegt.

Mir hat es definitiv dazu verholfen eine regelmäßige Yogapraxis in meinen Alltag einzubauen (aber nein, 4:30 stehe ich definitiv nicht mehr auf :D).


Das Teacher Training hat sich mehr als gelohnt, denn jetzt weiß ich selbst, auf was ich in den einzelnen Positionen achten muss, welche Variationen ich in den einzelnen Positionen habe, bin in der Lage Yogasequenzen aufzubauen und ganze Einheiten zu erstellen, einfach weil ich weiß worauf es ankommt und welche Übungen sich sinnvoll aneinander reihen lassen.

Dennoch kommt das Ganze erst mit einer regelmäßigen Praxis. Ich hätte mich definitiv nicht getraut frisch nach dem Training schon “professionelle” Yoga Einheiten zu geben. Zu Beginn saß ich oft da und hab mir einzelne Yogastunden ausgedacht, aufgeschrieben und durchprobiert. Das hat mir geholfen besser im freestylen zu werden. Schon ein paar Wochen später kann ich eine Yogastunde geben, ohne viel darüber nachdenken zu müssen. Es automatisiert sich also mit der Zeit und vor allem der regelmäßigen Praxis von alleine. Und da Yoga so vielfältig ist, die Auswahl an Yoga Posen unbegrenzt ist und das world wide web Inspirationen ohne Ende bietet, ist und bleibt die Motivation hoch erhalten.


Kann ich diese Schule uneingeschränkt weiter empfehlen? Das kann ich ganz klar mit JA beantworten. Insgesamt war alles gut organisiert. Das Team rund um die Schule war einfach nur spitze und so etwas wie Probleme gab es nicht, da es für alles eine Lösung gab. Die Zimmer in denen wir untergebracht waren, waren mit dem Notwendigsten ausgestattet, sauber und es gab warmes Wasser. Es gab Einzel- sowie Doppelzimmer. Die Lehrer sind fachlich als auch menschlich alle miteinander richtig gut gewesen, da hat es meiner Meinung nach an nichts gemangelt. Last but not least - die Verpflegung, welche im Preis inbegriffen war, ist unglaublich lecker und immer frisch gewesen. In Buffetform aufgestellt, konnte man praktisch so viel essen, wie man wollte - und da es so gut war, war das meistens zu viel :D Der Tagesablauf war straff, jedoch die 3 Stunden Pause dazwischen haben es wieder relativiert. Sonntags wurden immer von der Schule organisierte Aktivitäten angeboten, an denen man teilnehmen konnte (z.B. Sonnenaufgang über den Himalayas, Wasserfall, Gangga Arti…).


Resume

Ich kann diese Erfahrung jedem, der an einer tieferen Yogapraxis interessiert ist, nur wärmstens empfehlen.

Die Zeit ist definitiv anstrengend, sehr intensiv und man kommt an seine Grenzen.

Aber das was ich gelernt und erlebt hab, sind definitiv all die Strapazen wert. Und nachdem man an seine Grenzen gekommen ist, beginnt man daran zu wachsen und das ist etwas, worum es ja generell im Leben geht, oder nicht? ;)


In diesem Sinne Namasté und für Fragen schreibt mir gern eine Mail oder lasst einen Kommentar unter diesem Beitrag.



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